Ein Wall bedeutet Schutz vor Gefahren, der Geseker Wall beschützte die Geseker BürgerInnen, als die Stadt von den Soldaten des Christian von Braunschweig im April 1622 belagert wurde. Nach einer Woche fand die Belagerung ein glückliches Ende, zum Dank daran zieht seitdem alljährlich die Lobetagsprozession über die Wälle der Stadt.

Die Rauminstallation mit dem Titel „WALL im Chorraum der Stadtkirche St. Petri führt zwei inhaltliche Ebenen in einem schwebenden Raumbild zusammen. Sie thematisiert einerseits die Erinnerung an das historische Geschehen der Belagerung Gesekes, will aber auch unmittelbar eindringliche Assoziationen erzeugen, die den Blick auf den gegenwärtigen Krieg in der Ukraine lenken.

Der charakteristische Umriss der alten Geseker Wallanlage mit ihren sechs Toren bildet als offene lineare Form das Zentrum der Installation.

Dieses Objekt ist umgeben von einem Schwarm schwebend angeordneter Wörter, die im weitesten Sinne Synonyme für Abgrenzung und Schutz darstellen. Sie können auf vielfache Weise gelesen werden, lösen Geschichten aus, führen zurück zu der Bedrängnis der Menschen im Dreißigjährigen Krieg und öffnen gleichzeitig den Blick auf die schreckliche Situation der Menschen in der Ukraine. Es sind Wörter, die von Angst und Not der Menschen sprechen, aber auch von Mitgefühl, Solidarität und Zusammenhalt, zu denen Menschen in der Lebenswirklichkeit fähig sind.

Um besondere Lichteffekte zu unterstreichen, ist die Kunstinstallation in der Stadtkirche nach der Abendmesse am Freitag, 13.05.2022 zusätzlich geöffnet. 

Die Kunstinstallation in der Stadtkirche ist für Besucher bis zur Schützenfestwoche wie folgt geöffnet:
Markttage Mittwoch und Samstag 9:00-12:00 Uhr, Sonntag 13:00-17:00 Uhr